Mehrhundehaltung

Bis vor 3 Jahren konnte ich mir nicht vorstellten, neben Pico noch einen zweiten Hund zu haben. Und wenn, erst wenn ich ausgezogen bin und/oder Pico älter ist. Aber wie das im Leben so ist; es kommt immer (oder meistens) anders als geplant.

Ich möchte euch erzählen, wie ich zur Mehrhundehaltung kam, wie sich Pico damit tut und was sich verändert hat.

Von Pico dachte ich sehr lang, dass er absolut kein Hund wäre, der sich über einen Zweithund freuen würde. - Damit lag ich anfangs auch gar nicht so falsch, aber dazu später mehr.

Pico war schon immer ein sturköpfiger, eigensinniger Hund, der seinen Freiraum braucht. Er wird schnell eifersüchtig und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Bis zu Picos 3.Lebensjahr hatte ich einige (größere) Schwierigkeiten in Sachen Erziehung mit dem kleinen Sturkopf.

Der kleine Prinz hat sich prächtig entwickelt und ist zu einem (fast) mustergültigen Hund, der nur hin und wieder kurze „Macho-Phasen“ hat, herangewachsen.



Ella kam mehr oder weniger durch einen Zufall zu uns und Pico war über ihre Ankunft erstmal sehr verwirrt. So richtig konnte er nicht fassen, was dieses „nervige Wollknäuel“ in seinem Reich zu suchen hatte. Wohl oder übel musste er feststellen, dass dieses „Ding“ nicht nur zu Besuch war. Der Kerl hat es mir tatsächlich zwei ganze Wochen übel genommen und hat mir regelrecht die kalte Schulter gezeigt.

So genervt Pico anfangs war, so verliebt war Ella in ihn. Sie hat sich von Anfang an sehr stark an Pico orientiert und sich (zum Glück) nur das Gute abgeschaut. Dazu muss ich sagen, dass Pico - auch wenn er es nicht zugeben will -, super mit Welpen umgehen und ein sehr gutes Vorbild sein kann und es auch ist.

„Ein souveräner, gut erzogener Ersthund, ist eine gute Voraussetzung für den Zweithund.“

Mittlerweile sind Pico und Ella ein Herz und eine Seele. Manchmal gibt es sehr gute und manchmal weniger gute Phasen, in denen sich die beiden gegenseitig auf die Nerven gehen, eifersüchtig aufeinander sind und/oder gemeinsam „Mist bauen“.

Zwei Hunde zu haben bedeutet außerdem auch doppelte Verantwortung. Draußen muss man jetzt plötzlich zwei Hunde im Blick haben. Aber daran habe ich mich sehr schnell gewöhnt; vor allem, weil sich Ella nach wie vor sehr stark an Pico orientiert. Neben der Verantwortung kommen zusätzlich noch mehr Kosten dazu, dem muss man sich definitiv bewusst sein - ob ein oder zwei Hunde: finanziell muss man es sich leisten können.

Entgegen aller Befürchtungen, ist es jedoch kein doppelter Zeitaufwand. Natürlich muss ich auch getrennt trainieren und üben, aber das verbinde ich dann, indem ich mit dem einen Hund das Warten übe und sich die Hunde abwechseln.


Fazit: Die Mehrhundehaltung hat durchaus Aspekte, denen man sich bewusst sein muss - vor allem die finanziellen Mittel. Dennoch würde ich nie wieder nur einen Hund halten wollen. Selbst Pico ist so viel ausgeglichener und entspannter - vor allem im Umgang mit Hunden -, seit Ella bei uns ist. Hunde sind und bleiben Rudeltiere, und auch wenn sie sich durch die Domestizierung sehr stark auf den Menschen geprägt haben, können wir ihnen doch nie das bieten, was ihnen ein Artgenosse bieten kann.

Natürlich kann man das nicht verallgemeinern - nicht jeder Hund kommt mit einem Zweithund zurecht. Allerdings kommt es sehr stark auf das Individuum und darauf, ob die beiden Hunde zusammenpassen, an.

info@herr-karl.com

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